FAQ: Fassade
Welche Aufgabe hat die Hinterlüftung einer vorgehängten Fassade aus Faserzement ?
Zur sicheren Ableitung der Bauwerksfeuchte, zur Ableitung von eventuell eindringendem Niederschlagswasser, zur kapillaren Trennung der Bekleidung von der Wärmedämmung bzw. der Wandoberfläche und zur Ableitung von Tauwasser an der Innenseite der Bekleidung ist in der Regel eine Hinterlüftung erforderlich. Die Fassadenbekleidung soll in einem Abstand von mindestens 20 mm von der Wärmedämmung bzw. der Wandoberfläche angeordnet werden. Dieser Abstand darf z.B. durch die Unterkonstruktion oder durch Wandunebenheiten örtlich bis auf 5 mm reduziert werden. Um eine dauerhaft sichere Funktion der Fassadenbekleidung zu gewährleisten, sind Be- und Entlüftungsöffnungen mit Querschnitten von mindestens 50 cm² je 1 m Wandlänge vorzusehen.
Wie breit sollen die Fugen bei großformatigen Fassadentafeln aus Faserzement gewählt werden?
Aus jahrzehntelanger Erfahrung ergibt sich eine optimale Breite der Fugen zwischen großformatigen Fassadentafeln aus Faserzement von 10 mm. Die Wahl der 10 mm breiten Fuge ermöglicht sowohl ein ästhetisch korrektes Fugenbild der Fassade als auch ihre technisch einwandfreie Funktion mit gutem Ausführungsergebnis. Fugen unter 8 mm Breite dürfen nicht ausgeführt werden. Offene Fugen über 12 mm Breite sollten nicht ausgeführt werden. Eine offene Ausführung waagerechter Fugen reduziert wesentlich die Verschmutzungsanfälligkeit der Fassade. Durch so entstehende zusätzliche Belüftungsquerschnitte wird die Funktionssicherheit der vorgehängten hinterlüfteten Fassade gesteigert. Ergebnisse umfangreicher Untersuchungen anerkannter Prüfinstitute und die Praxis zeigen, dass die Funktion der Fassade (Regenschutz) mit offenen Fugen in der Breite 8 mm bis 10 mm voll gegeben ist.
Sind Fassaden mit offenen Fugen regendicht?
Eine vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) aus Faserzementtafeln gewährleistet einen dauerhaften Schutz der Bauten vor atmosphärischen Niederschlägen. Sie ist in DIN 4108-3 der höchsten Regenbeanspruchungsgruppe III, starke Schlagregenbeanspruchung, zugeordnet. Danach ergibt sich die Fassade mit Tafeln aus Faserzement als besonders schlagregensicher. Auch in Gebieten mit hohen Jahresniederschlagsmengen sowie in windreichen Gebieten wird durch VHF das Eindringen des Wassers in die Bauwerke verhindert, ohne dass die Feuchteabgabe aus dem Bauwerksinneren beeinträchtigt wird. Die konsequente Trennung der Fassadenbekleidung von Tragwerk und Dämmstoff schützt das Gebäude vor Witterungseinflüssen. Auskühlung und Wärmeverluste des Gebäudes im Winter sowie seine Aufheizung im Sommer werden vermieden. Im Inneren wird ein stabiles, behagliches Raumklima erreicht. Bauteile werden vor starken Temperaturschwankungen geschützt, was sich sehr positiv auf ihre Lebensdauer auswirkt.
Was sind großformatige Fassadentafeln aus Faserzement?
Großformatige Fassadentafeln aus Faserzement bestehen aus einem nichtbrennbaren, hochverdichtetem Werkstoff aus mit Fasern armiertem Zementstein, der im erhärteten Zustand form- und witterungsbeständig ist. Den größten Rohstoffanteil bildet das Bindemittel Portland-Zement, das durch Brennen von Kalkstein und Tonmergel hergestellt wird. Zur Optimierung der Produktionseigenschaften werden als Zuschlagstoffe z.B. Kalksteinmehl und gemahlener Faserzement (Recycling) beigemischt. Als Armierungsfasern werden synthetische organische Fasern verwendet. Es sind Fasern, wie sie in ähnlicher Form in der Textilindustrie für Oberbekleidung und Schutzgewebe, für Vliesstoffe und für medizinische Nähfäden verwendet werden. Sie sind physiologisch unbedenklich. Während der Herstellung von Faserzement dienen Prozessfasern als Filterfasern. Es sind hauptsächlich Zellstoff-Fasern, wie sie auch in der Papierindustrie verwendet werden. In Form von mikroskopisch kleinen Poren ist im Faserzement auch Luft vorhanden. Durch dieses Mikroporen-System entsteht ein frostbeständiger, feuchtigkeitsregulierender, atmungsaktiver und dennoch wasserdichter Baustoff. Produkte aus Faserzement verhalten sich gegenüber elektromagnetischen Wellen und Strahlungen völlig neutral, so dass Funkwellen, Infrarot-Anlagen, Personensuchanlagen und Radarvorrichtungen nicht beeinträchtigt werden. Die Industriell aufgebrachte mehrfach heißverfilmte dekorative Beschichtung der Oberfläche gewährleistet ein gleichbleibend hohes Qualitätsniveau der Fassadentafeln. Sie ist lichtecht und UV-stabil.
Wann muss ein Standsicherheitsnachweis für eine Fassadenkonstruktion geführt werden?
Die Standsicherheit der Fassadenbekleidung muss immer nachgewiesen werden oder nachweisbar sein. Die Verwendung großformatiger Faserzementtafeln als Fassadenbekleidung ist nur dann zulässig, wenn für die Fassadentafeln, ihre Befestigungselemente und diesen Anwendungsbereich eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung erteilt worden ist bzw. die Zustimmung der zuständigen Bauaufsichtsbehörde für den bestimmten Ausführungseinzelfall vorliegt. Der Standsicherheitsnachweis ist gemäß der Landesbauordnungen durch den Bauherren bzw. seine Gehilfen zu erbringen.
Worin besteht der Unterschied zwischen naturerhärteten und dampfgehärteten Fassadentafeln?
Der Unterschied zwischen naturerhärteten Faserzementtafel und dampfgehärteten liegt in der Produktzusammensetzung und der Art der Trocknung. Nach Abschluss des Herstellungsprozesses werden die Tafeln entweder im Stapel in Folie gepackt und können 28 Tage natürlich aushärten (naturerhärtete Tafeln) oder werden im Autoklaven dampfgehärtet. Die Zusammensetzung und die Art der Trocknung haben Auswirkungen auf die Rohdichte der Tafel.
Naturerhärteter Faserzement: Rohdichte ≥ 1,65 g/cm³
Dampfgehärteter Faserzement: Rohdichte ≥ 1,30 g/cm³
Was ist die LUKO Kantenversiegelung und bei welchem Produkt ist sie notwendig?
Die LUKO Kantenimprägnierung schützt die Kanten der zugeschnittenen Fassadentafel von eventuell eindringendem Wasser. In komplett durchgehärtetem Zustand der naturerhärteten Fassadentafeln ist ein eindringen von z.B. Regenwasser über die Kante ausgeschlossen. Da meist bei Auslieferung die komplette Durchtrocknung der Tafeln noch nicht abgeschlossen ist müssen die Kanten mit der LUKO Kantenimprägnierung geschützt werden. Dies ist notwendig für Tafeln mit nicht deckenden Beschichtungen, da bei diesen Tafeln sich eindringende Feuchtigkeit als dunkle Schatten abzeichnet. Bei folgenden Fassadentafeln sind die Schnittkanten und Hinterschnittbohrungen zu imprägnieren: Natura, Natura PRO und Pictura. Tafeln, die ab Werk zugeschnitten bestellt wurden sind bereits mit der LUKO Kantenversiegelung versehen.